Das Land gequält von der schmerzenden Katastrophe des Feuers, das einen Teil des galicischen Ökosystems an dieser Küste zerstört hat – was Detlef Kappeler in diesem Sommer selbst erlebt hat – oder das Zurückweisen des Krieges aus der Distanz in Form einer großen Collage, die Zwistigkeiten des Lebens, die Solidarität, die  das Sich- nicht –allein-fühlen hervorbringt oder die Notwendigkeit im Raum zu leben, wie einige seiner Titel besagen. Titel , welche die existenzielle Philosophie eines Malers verraten, der sich der Welt mit seinem forschenden Blick in jedem Werk verpflichtet, um nein zum Krieg, zum Verlassensein, zur Suche nach etwas sagen zu können, um seine Diskrepanzen aufzudecken und seine Stimme zu erheben zu den Problemen aller oder um eine einfache Bäuerin aus Leis zu porträtieren oder Muxia oder Cabo Vilán als ausdrückliche Sinnbilder der Suche und der Träume oder des Ortes ,den er finden muß, zu ersinnen. Und Detlef Kappeler tut dieses, seit er den eigenen Schrei in Anspruch genommen hat, der die Malerei als eigene Sprache generiert, sich eines abstrakten Postformalismuses bedienend, was ihn auch soviel Kraft gekostet hat, wie nach den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts, die Generation von Lasker, Winter, Frize, Bleckner unter anderen, die sich auseinandersetzten mit dem kantianischen Diskurs von Clement Greenberg, der  der Abstraktion die Fähigkeit zu erzählen absprach, und sie zogen wieder diese Möglichkeiten in Betracht um  sich  in die Welt einbeziehen zu lassen. All dieses drückt Kappeler am stärksten in seiner Costa da Morte aus, so wie er es in den letzten 40 Jahren auch schon getan hat. Die poetische Ader seiner expressionistischen Gestik, seiner abstrakten Vorgehensweise verbirgt und enthüllt gleichzeitig Geschichten, die die körperliche Anstrengung der Malerei mit sich bringt, sie erklären – und damit hatte Greenberg recht – das Bild als eine Beschaffenheit, die dem eigenen Körper zuzurechnen ist als physische Erfahrung, die in chromatischer Aktion explodiert, manchmal barock, manchmal den Raum befreiend, um endlich präzise Harmonie zu erreichen.

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