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Dies sind aber nur vage Orientierungspunkte in der persönlichen Entwicklung eines Künstlers, der die Auseinandersetzung mit der Macht nicht scheute und sich im Kampf für die Menschenrechte ebenso engagierte wie im Einsatz für eine freie Gesellschaft, Kultur und Natur.
In der künstlerischen Laufbahn Kappelers lassen sich zwei Etappen klar unter- scheiden. Sie sind mit verschiedenen Lebensabschnitten und mit Momenten der soziokulturellen Geschichte unseres Kontinentes verbunden. Die erste beginnt Ende der fünfziger Jahre mit dem Eintritt in die Universität Hannover, wo er Architektur studiert und endet mit seiner Ernennung zum Professor für Malerei und Graphik im Fachbereich Architektur derselben Universität. Es sind die Jahre der großen europäischen Krisen, der Debatte um Kommunismus und Kapitalismus, der Gastarbeiter in Deutschland, des Mai 68, der Entdeckung des Ostens, der Kommunen usw. Kappelers Werk spiegelt diese Erfahrungen in einer eminent figurativen Sprache von hoher Qualität in Zeichnung und Farbgestaltung.
Ab 1970 überläßt sich Kappeler dem frei dahinströmenden Malfluß. Die denotative wird von der konnotativen Dimension abgelöst. Thema und Darstellung gehen eine Bindung ein, in der das gestalterische Element den Vorzug vor dem Argumentativen erhält. Die Landschaften werden, wie Dieter Ronte sagte, zunehmend autobio- graphischer und gewinnen eine expressivere und zugleich hermetischere Dimension, in der Ausdruck und Farbe in den Vordergrund treten.
Es sind meiner Meinung nach mehrere Faktoren, die zu diesem Reifeprozeß beigetragen haben: der Lauf der Jahre, die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Europa, die Verlegung seines Ateliers nach Butjadingen an der Nordsee und seine totale Hingabe an die Kunst.Die weiten Ebenen der Polder, die erdverhafteten Häuser und windgebogenen Bäume, die ständige Bewegung von Himmel und Meer lenken Kappelers Malerei in neue Bahnen.
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